Nischni Nowgorod
Herzlich willkommen in Nischni Nowgorod, der Hauptstadt der Wolga-Region mit einer mystischen Vergangenheit und sportlichen Zukunft, einem Austragungsort der Spiele der Fußball-WM 2018!
Nischni Nowgorod ist eine der ältesten Städte Russlands: Sie wurde 1221 von Fürst Juri Wsewolodowitsch am Zusammenfluss der zwei Flüsse Wolga und Oka als Stützpunkt bei der Verteidigung der östlichen Grenzen gegründet.
Beliebte Legenden erzählen einiges über die Entstehung der Stadt:

Ein weißer Zar schwamm einst zusammen mit seiner Gefolgschaft in der Wolga und stoppte vor dem Djatlow-Gebirge, wo er die Mordwinen sah, die zu ihren Heiden-Göttern beteten. Der weiße Zar ließ seine Diener den mordwinischen Ältesten je ein Fässchen mit Gold und Silber bringen. Daraufhin schickten diese dem Zaren als Dank Teller voller Brot, Honig und Salz. Doch die mordwinischen Boten, junge Männer, waren unterwegs so müde, dass sie das ganze Essen selbst aßen. Damit niemand davon erfährt, füllten sie die Teller mit Erde und Sand und brachten sie so dem Zaren.

Der Zar nahm die Geschenke an und bedankte sich bei Gott: "Danke Dir, dass Du in meine Hände mordwinischen Boden gegeben hast", weil er annahm, dass die Mordwinen ihm ihre Gebiete übergaben. Er schwomm weiter den Fluss entlang und verstreute gelegentlich Sand und Erde - wo er eine Handvoll hinwarf, dort entstand eine Stadt, wo eine Fingerspitze, dort ein Dorf.

So siedelten sich auf dem mordwinischen Boden russische Menschen an, an den Flüssen Oka und Wolga entstand eine "neue Stadt" - Nowgorod -, die später Nischni Nowgorod genannt wurde, entweder weil sie auf "niedrigeren Gebieten" im Vergleich zu ihrem "großen Bruder" Weliki Nowgorod lag, das bereits Mitte des 9. Jahrhunderts im Nordwesten Russlands gegründet wurde, oder weil sie niedriger als eine weitere Altstadt entlang dem Fluss lag.
1. ©Sputnik/Reproduktion einer Postkarte vom Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Bild des Nowgoroder Markt aus der Kollektion von M. Blinow
2. ©Sputnik/Die Wolga bei Nischni Nowgorod. Reproduktion einer Fotografie von M. Dmitrijew (1858-1948)
3. ©Sputnik/Das erste russische Auto von Jakowljew und Frese bei der Allrussischen Industrie- und Kunstmesse in Nischni Nowgorod, 1896. Foto von M. Dmitrijew. Abbildung
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Nischni Nowgorod zu einer Art Handelszentrum des Landes, die Stadt wurde "Beutel Russlands" genannt. Damals hatte der Nowgoroder Jahrmarkt einen solchen Einfluss auf den Handel im ganzen Land, dass man sich bei der Bestimmung von Preisen an ihm orientierte.

Mit der Errichtung des Gortiny Dwor des Nowgoroder Marktes wurde der Architekt Augustin de Betancourt beauftragt, der zu diesem Zeitpunkt bereits die Moskauer Manege gebaut hatte und später den technischen Teil beim Bau der berühmten Isaakskathedrale in St. Petersburg leiten sollte.

Zu Sowjetzeiten, von 1932 bis 1990, hieß Nischni Nowgorod Gorki - zu Ehren des russischen Schriftstellers Maxim Gorki, der in dieser Stadt geboren wurde.
©Sputnik/Roman Vladimirov/Das Minin-und-Poscharski-Denkmal auf dem Platz der Volkseinheit in Nischni Nowgorod
Was Sie nicht verpassen sollten
Die Haupt-Fußgängerstraße von Nischni Nowgorod - Bolschaja Pokrowskaja - ist fast nie leer. Rund um die Uhr tummeln sich hier Touristen, die die schönen Gebäude betrachten und Souvernirs und andere kleine Schätze kaufen. Auch die Einwohner der Stadt selbst verbringen hier gerne ihre Zeit.

Auf der Bolschaja-Pokrowsksja-Straße befindet sich eines der ältesten russischen Theater - das Schauspielhaus, benannt nach Maxim Gorki. Es ist das einzige Theater im Land, auf dessen Bühne alle Theaterstücke von Gorki und einzelne seiner Prosa-Werke inszeniert wurden.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Staatsbankgebäude im neorussischen Stil.
1. ©Sputnik/Varvara Gert'e/Das Schauspielhaus in Nischni Nowgorod, benannt nach Maxim Gorki
2. ©Sputnik/Varvara Gert'e/Das Nikolai-Dobroljubow-Denkmal in Nischni Nowgorod
3. ©Sputnik/Yuriy Somov/Das Staatsbankgebäude in Nischni Nowgorod. Architekt W. Pokrowski, 1913
Die Bolschaja-Bokrowskaja-Straße ist außerdem für ihre zahlreichen Eisen-Skulpturen bekannt. Am Anfang der Straße steht ein Stadtpolizist, der Touristen zur Besichtigung der Altstadt einlädt. Ein Stück weiter befinden sich ein Fotograf, ein Schuhputzer, eine Dame, die von einem Kavalier umworben wird, eine junge Frau vor dem Spiegel, ein Portier, ein Postmann mit Rad und ein Geigenspieler. Doch die beliebteste Statue der Stadt ist wohl die "Lustige Ziege". Die Einwohner von Nischni Nowgorod behaupten, dass alle Wünsche erfüllt werden, wenn man ihre Hörner streichelt.

Die Bolschaja-Pokrowskaja-Straße verbindet alle Sehenswürdigkeiten und Plätze der Stadt.
1. ©Sputnik/Mikhail Beznosov/Leser-Denkmal in Nischni Nowgorod
2. ©Sputnik/Mikhail Beznosov/Bäcker-Denkmal in Nischni Nowgorod
3. ©Sputnik/Varvara Gert'e/Die Skulptur "Lustige Ziege" in Nischni Nowgorod
Der Kreml von Nischni Nowgorod ist der größte Stolz der Einwohner. Er wurde Anfang des 16. Jahrhunderts zum Schutz vor Überfällen durch dieTataren errichtet. Die zwei Kilometer lange Mauer wurde mit 13 Türmen gefestigt, mittlerweile gibt es nur noch zwölf.

Mit dem Kreml werden viele Legenden verbunden. So soll der Turm Koromyslow (dt.: Tragjoch) so benannt worden sein, weil dort eine verheiratete Frau namens Aljona zusammen mit Eimern und einem Tragjoch eingemauert wurde - angeblich, um die Wände zu festigen.

Außerdem wird gemunkelt, dass irgendwo tief in den Kasematten des Kreml die berühmte Bibliothek von Iwan des Schrecklichen versteckt liegt. Obwohl dies bislang nicht belegt werden konnte, erklären die Befürworter dieser Legende das Scheitern aller Suchen mit der Komplexität des Geländes und der Nähe zum Grundwasser.
1. ©Sputnik/Oleg Zoloto/Blick auf den Kreml von Nischni Nowgorod
2. ©Sputnik/Varvara Gert'e/Die Erzengel-Michael-Kathedrale im Kreml von Nischni Nowgorod
3. ©Sputnik/Ekaterina Chesnokova/Eine Galerie auf der Mauer des Kreml von Nischni Nowgorod
4. ©Sputnik/Ekaterina Chesnokova/Ein Turm des Kreml von Nischni Nowgorod
5. ©Sputnik/Evgenya Novozhenina/Die Tschkalow-Treppe von Nischni Nowgorod
Vom Kreml kommen Sie über die Tschkalow-Treppe direkt zum Wolga-Ufer. Sie wurde in Form einer Acht gebaut und hat 442 Stufen. Auf unterschiedlichen Höhen gibt es Aussichtsplattformen, die einen wundervollen Blick auf den längsten Fluss Europas - die Wolga - bieten.

Die Treppe wurde zu Ehren des Sieges in der Schlacht von Stalingrad 1943 gebaut.
©Sputnik/Konstantin Chalabov/Stadion "Nischni Nowgorod"
Stadion "Nischni Nowgorod"
Nischni Nowgorod gehört zu den Städten, die Spiele der Fußball-WM 2018 austragen werden. Im Stadion "Nischni Nowgorod", das am Zusammenfluss von Oka und Wolga liegt, finden sechs Spiele statt, darunter die Achtel- und Viertelfinalspiele.

Laut der Idee der Architekten verkörpert die neue Arena die zwei wichtigsten Naturelemente von Nischni Nowgorod - Wasser und Wind. Das Dach ist aus weißen, hell- und dunkelblauen transparenten Platten gebaut und das Stadion selbst mit Sitzen in denselben Farben ausgestattet.

Das Stadion bietet Platz für rund 45.000 Zuschauer. Nach der WM soll es als multifunktioneller Komplex genutzt werden, wo neben Sportveranstaltungen unter anderem auch Konzerte, Shows, Ausstellungen und Messen stattfinden können.
©Sputnik/Alexey Filippov/Stadion "Nischni Nowgorod"
Anreise
Mit dem Flugzeug: Internationaler Flughafen Strigino. Flugdauer aus Moskau - etwas mehr als eine Stunde.

Mit dem Zug: Fahrtdauer aus Moskau - dreieinhalb bis sieben Stunden, abhängig von der Art des Zuges.

Mit dem Bus: Vom Moskauer Busbahnhof bis Nischni Nowgorod - sechs bis acht Stunden Fahrt.
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Tilda