Samara
Herzlich willkommen in Samara, der Hauptstadt der russischen Weltraumforschung und einem Austragungsort der Fußball-WM 2018!
Samara ist für seine Rekorde bekannt: Hier liegen die längste Fluss-Promenade in Russland sowie der höchste Bahnhof und der größte Platz in ganz Europa.
Wann genau Samara gegründet wurde, ist nicht bekannt. Offiziellen Angaben zufolge entstand die Stadt 1586, als am Ufer des gleichnamigen Flusses eine Festung gebaut wurde.

Die neue Burg sollte die Angriffe von Nomaden abwehren und den Verkehr entlang der Flüsse Wolga und Samara kontrollieren. Zudem wurden von hier aus neue fruchtbare Böden in der Region erobert.

Zu Sowjetzeiten wurde Samara umbenannt: Bis 1991 trug die Stadt den Namen des KPdSU-Funktionärs Walerian Kuibyschew.
© Sputnik/Yuri Streletc/Das Denkmal des Gründers von Samara, Grigori Sassekin (von Karen Sarkissow)
Während des Großen Vaterländischen Krieges wurden nach Kuibyschew viele große Betriebe samt ihren Arbeitern und deren Familien evakuiert.

Interessant ist, dass der erste Kosmonaut der Welt, Juri Gagarin, gleich nach seinem legendären Raumflug ausgerechnet nach Kuibyschew kam. Von hier aus teilte er per Telefon den erfolgreichen Abschluss seiner Mission mit.
Die Rakete, die im April 1961 das Raumschiff "Wostok" mit Gagarin an Bord in die Erdumlaufbahn brachte, wurde im Raumraketenkomplex "Progress" in Samara gebaut, der bis heute in Betrieb ist.

Samara ist nicht nur für seine Errungenschaften im Militär- und Raumforschungsbereich bekannt, sondern galt auch als beliebter Ort für viele berühmte russische Schriftsteller. Gawriil Derschawin, Maxim Gorki und Leo Tolstoi lebten hier, Alexej Tolstoi wurde in Samara sogar geboren und verbrachte hier den Großteil seines Lebens.
©Sputnik/Igor Ageyenko/Die St.-Georgs-Kirche mit dem Staatlichen Zirkus von Samara im Hintergrund
Was Sie nicht verpassen sollten
Im Zentrum Samaras liegt eine für russische Städte untypische Sehenswürdigkeit: eine polnische Kirche im gotischen Stil - die Herz-Jesu-Kirche.

Ihre Geschichte begann im Jahr 1890 mit dem Bau einer hölzernen Kirche der hiesigen katholischen Gemeinde, der überwiegend Polen angehörten. Aus diesem Grund wurde sie als "polnische Kirche" bezeichnet. Anfang des 20. Jahrhunderts entstand hier das heutige Kirchengebäude aus Stein, das aber für viele Jahre seine ursprüngliche Bedeutung verlor: Zunächst wurde die Kirche geschlossen und ausgeraubt, später in ein Landeskunde-Museum umfunktioniert.

In den frühen 1990er Jahren wurde die Kirche wieder der katholischen Gemeinde überlassen und gilt inzwischen als das höchste Gebäude in der Stadt.
©Sputnik/Konstantin Chalabov/Die Herz-Jesu-Kirche in Samara
Eine weitere Sehenswürdigkeit Samaras ist das Iwerski-Frauenkloster, das Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet wurde. Dieses architektonische Ensemble prägt das Image der ganzen Stadt wesentlich mit.
1. ©Sputnik/Nikolay Hiznyak/Das Iwerski-Frauenkloster in Samara
2. ©Sputnik/Konstantin Chalabov/Das Iwerski-Frauenkloster in Samara und die Kapelle der Zaren-Märtyrer (links)
3. ©Sputnik/Nikolay Hiznyak/Der Glockenturm des Iwerski-Frauenklosters in Samara
In Samara gibt es auch die lutherische St.-Georgs-Kirche, deren Bau vom russischen Kaufmann Jegor Annajew Ende des 19. Jahrhunderts finanziert wurde.

Die Kirche galt als wichtiges Zentrum des geistigen Lebens für die hiesigen Deutschen. Neben der Kirche gab es auch einen Kindergarten und eine Schule.
©Sputnik/Yuri Streletc/Die lutherische St.-Georgs-Kirche in Samara
Aus den Sowjetzeiten ist in Samara der sogenannte Stalin-Bunker erhalten geblieben. Er wurde während des Großen Vaterländischen Krieges eingerichtet, als nach Kuibyschew neben großen Betrieben auch der Oberste Sowjet der UdSSR und ausländische diplomatische Missionen evakuiert wurden.

Hier lag in einer Tiefe von 37 Metern der "Reserve"-Stab des Obersten Befehlshabers Josef Stalin.

In den 1990er Jahren wurde der Bunker für Touristen geöffnet.
1. ©Sputnik/Aleksey Babushkin/Josef Stalins Arbeitszimmer im geheimen Bunker in Samara
2. ©Sputnik/Yuri Streletc/Korridore im Stalin-Bunker in Samara
3. ©Sputnik/Aleksey Babushkin/Sitzungssaal im Stalin-Bunker in Samara
In Samara liegt auch eine der ältesten russischen Brauereien – "Schiguli". Sie wurde 1881 vom Österreicher Alfred Vacano von Wellho am Wolga-Ufer gebaut.

Im Laufe der Zeit hat der Betrieb zahlreiche Veränderungen erlebt: Als in Russland 1914 für elf Jahre der Verkauf und die Produktion von Alkohol verboten wurde, wurde die Brauerei in ein Lagerhaus und Lazarett verwandelt. Darüber hinaus wurden hier Handgranaten, Betten und gewisse Lebensmittel wie Zwieback hergestellt.

Heutzutage wird hier neben anderen Getränken das beliebte Bier "Schiguljowskoje" produziert.
©Sputnik/Yuri Streletc/Die Brauerei "Schiguli"
Samara ist außerdem für seine vielen Skulpturen und Denkmäler bekannt, die sowohl realen Menschen als auch Figuren aus literarischen Werken, Kinofilmen usw. gewidmet sind.

In einer Straße ruft der sowjetische Kommandeur Wassili Tschapajew seine Mitstreiter zum Kampf auf; in einer anderen Straße ist der berühmte brave Soldat Schwejk aus dem Roman des tschechischen Schriftstellers Jaroslav Hašek zu sehen. Und am Ufer der Wolga wurde das Gemälde "Die Wolgatreidler" von Ilja Repin in Bronze verewigt.

Darüber hinaus gibt es in Samara Denkmäler für Filmfiguren wie den Rotarmisten Suchow aus dem Streifen "Die weiße Sonne der Wüste" oder Juri Detotschkin aus dem Film "Vorsicht, Autodieb!"
1. ©Sputnik/Igor Ageyenko/Das Denkmal "Die Wolgatreidler" an der Wolga-Promenade in Samara
2. ©Sputnik/Yuri Streletc/Das Denkmal der Heiligen Petrus und Fevronia in Samara
3. ©Sputnik/Nikolay Hiznyak/Das Denkmal des Rotarmisten Wassili Tschapajew (von Matwej Maniser) auf dem gleichnamigen Platz in Samara
Auch Skulpturen, die Figuren aus literarischen Werken für Kinder gewidmet sind, sind in der Stadt anzutreffen: Vor dem Alexej-Tolstoi-Museum empfängt der Holzjunge Buratino (das russische Pendant zu Pinocchio) die Besucher – natürlich mit dem goldenen Schlüsselchen in der Hand.

Freunde der zeitgenössischen Kunst werden sich in die Skulptur "Die Wiege der Menschheit" am Ufer der Wolga verlieben. Andere fotografieren sich gerne mit dem bronzenen Kater, der auf einem Heizkörper liegt. Diese Skulptur wurde in Samara vor dem städtischen Kraftwerk zum 150. Jahrestag der Erfindung der Heizbatterie gebaut.
©Sputnik/Konstantin Chalabov/"Samara-Arena"
"Samara-Arena"
Die "Samara-Arena", die 45.000 Zuschauern Platz bietet, wird vier Spiele der Gruppenphase der Fußball-WM 2018 sowie ein Achtelfinal- und ein Viertelfinalspiel empfangen.

Das Aussehen des Stadions erinnert an einen Edelstein, dessen Facetten aus verflochtenen Stahlkonstruktionen bestehen. Das mit einem Heizsystem ausgestattete Spielfeld liegt unter offenem Himmel, die Zuschauerränge befinden sich jedoch unter dem Dach.

Die "Samara-Arena" ist das größte Stadion, das speziell für die WM 2018 gebaut wurde. Außerdem befindet sich hier mit 1200 Plätzen der größte VIP-Sektor.
©Sputnik/Konstantin Chalabov/"Samara-Arena"
Anreise
Mit dem Flugzeug: Nördlich von Samara liegt der internationale Flughafen Kurumotsch, der die Stadt praktisch mit allen Regionen Russlands sowie mit einigen anderen Ländern verbindet. Die Flugdauer aus Moskau beträgt eine Stunde 45 Minuten, aus St. Petersburg zwei Stunden 25 Minuten.

Mit dem Zug: Der Bahnhof von Samara ist der größte in Russland und gilt mit seiner Spitze in einer Höhe von 101 Metern zudem als das höchste Gebäude in ganz Europa. Zwischen Moskau und Samara verkehrt täglich der Luxuszug "Schiguli", der 13 Stunden unterwegs ist. Außerdem können Sie Samara mit einem ungewöhnlichen Doppeldecker-Zug erreichen, was rund 14 Stunden dauert.

Zwischen St. Petersburg und Samara verkehrt der Luxuszug "Samara". Der Weg zwischen den beiden Städten nimmt nahezu 24 Stunden in Anspruch.
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