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Geheimnisse der Moskauer U-Bahn

Es ist kein Geheimnis, dass die Moskauer U-Bahn die weltweit schönste ist. Doch sie birgt auch Geheimnisse mehrerer Epochen. Wir haben einige davon enträtselt.
Ein Bunker im Zentrum von Moskau
Ein Bunker in der U-Bahn-Station Taganskaja
Die Bauarbeiter dieser Station hatten eine sehr schwere Aufgabe: Sie mussten ein immenses Objekt im Zentrum Moskaus bauen, ohne dabei die Versorgungslinien zu beschädigen, und den Bau vor ausländischen Agenten geheimhalten.
Der Bau des Objekts begann 1950 während des Kalten Kriegs angesichts der nuklearen Bedrohung, die von den USA ausging. Der unterirdische Komplex wurde nach derselben Technologie wie die U-Bahn gebaut.

1956 wurde das Objekt mit der Gesamtfläche von mehr als 7000 Quadratmetern von der staatlichen Kommission übernommen und an das Verteidigungsministerium übergeben. Das Objekt diente als Steuerungszentrale des Stabs der Fernfliegerkräfte.

Im Laufe von 30 Jahren, bis 1986, erfolgte von diesem Bunker aus die Steuerung der Atomwaffen-tragenden strategischen Bomber.

Allerdings war der in den 1950er Jahren gebaute Bunker für den Schutz gegen neue Hochpräzisionswaffen nicht mehr zeitgemäß. Die Steuerungszentrale musste an einen deutlich sichereren Ort verlegt werden. Deswegen wurde der Bunker im Jahr 2000 freigegeben, seit 2006 dient er als Museum.
Bunker-42
4K Time-lapse Clip
„Dinosaurier" der U-Bahn
Fossil-Funde
Sternchen, Spiralen, Kreise, gebrochene Linien sind auf dem roten Marmor der U-Bahn sehr gut zu sehen. Das sind Spuren von Fossilien der Meere. Die meisten von ihnen stammen aus dem warmen Ozean aus der Zeit der Dinosaurier.
In der Moskauer U-Bahn könnte man eine umfangreiche Führung zur Paläontologie organisieren.

Auf den Stationen, deren Wände und Säulen mit Kalkstein bzw. Marmor bedeckt sind, sind versteinerte Bewohner alter Meere zu sehen. Dazu ist keine Lupe erforderlich – viele Fossilien sind einige Zentimeter bis zu einem halben Meter groß.

Ammonite, Nautilus, Bruchstein, Meereslilien, Meeresigel, Brachiopoden, Schnecken, Korallen – sie alle bewohnten die Meere vor mehreren Millionen Jahren. Jetzt sind sie in der U-Bahn an den Wänden zu sehen.

U-Bahn-Station Majakowskaja
Luftschiff in der Majakowskaja
Bei der Gestaltung der U-Bahn-Station Majakowskaja wurde nicht nur der Halb-Edelstein Orletz (eine Art Hermannit) genutzt.
Die Metallbögen sind Teile des Luftschiffs von Ziolkowski, dessen Hülle aus rostfreiem Stahl hergestellt wurde.

Im Unterschied zu vielen Zeitgenossen schlug Ziolkowski vor, ein riesiges Luftschiff - bis zu 500.000 m³ - mit einem festen Gestell zu bauen.

Doch in der ersten Etappe der Tests wurde das Programm aufgegeben. Das war bereits Ende der 1930er Jahre, kurz vor Kriegsbeginn. Das Luftschiff wurde demontiert. Jetzt sind seine Metall-Bestandteile in der U-Bahn-Station zu sehen.

Platz der Revolution
Magische Skulpturen
Legenden zufolge haben die Skulpturen der Station „Platz der Revolution" besondere Eigenschaften.
Auf der Station „Platz der Revolution" gibt es „magische" Skulpturen. Insgesamt sind es 76 Stück. Jede Skulptur ist auf der Station in vier Exemplaren zu sehen. Es gibt mehrere mit ihnen verbundene Aberglauben. Das sind einige von ihnen:

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